SharePoint 2016 (Public Beta) in Windows Azure installieren

Es gibt ja Dinge, die werden mit der Zeit (jedenfalls eine Weile lang) immer besser, und oft schmecken sie selbst gemacht auch besser, selbst wenn sie nicht die Qualität professioneller Herstellung erreichen. Zum Beispiel Sauerkraut. Die Herstellung ist relativ einfach: Weisskohl klein schneiden (Tipp: Brotschneidemaschine), mit Salz und Gewürzen (Wacholderbeeren, Dill, Kümmel) schichten, dabei stampfen, um die Zellwände zu zerstören. Ggf. mit Wein oder Salzwasser aufgiessen, mit Wasserschloss verschliessen und – warten.

So ähnlich ging es uns auch mit Microsoft SharePoint 2016: warten. Die Cloud ging unaufhörlich voran, und für SharePoint-2013-Benutzer hiess es warten. Office Web App Server wurde immer mal wieder mit neuen Funktionen versorgt, aber SharePoint Online blieb auch online.

Jetzt ist jedenfalls die Beta da (Neuerungen siehe separater Blog-Beitrag), ab November soll dann der Release Candidate kommen.

Das Sauerkraut schmeckt besonders gut, wenn es selbst gemacht ist. Genau so ist das mit SharePoint, selbst wenn die Funktionalität nicht an SharePoint Online herankommt.

Daher zeige ich euch in diesem Blogbeitrag, wie man die aktuelle SharePoint 2016 Public Beta in Microsoft Azure installiert. Vorausgesetzt wird ein Konto bei Azure, es lässt sich aber auch problemlos ein kostenloser Testzugang für 30 Tage einrichten. In dem Fall hat man aktuell 200 Dollar Guthaben zum Herumspielen. Das reicht sehr gut für eine SharePoint-Maschine.
Man meldet sich also unter https://manage.windowsazure.com an und erstellt eine neue Maschine:

Wenn die Maschine dann mal erstellt ist, müssen wir als Erstes einen Domain Controller daraus machen. Das geht besonders einfach mit PowerShell:

Get-WindowsFeature AD-Domain-Services | Install-WindowsFeature
Import-Module ADDSDeployment
Install-ADDSForest

Als Domainname habe ich contoso.local verwendet.

Parallel lassen sich die SharePoint 2016 Sources herunterladen:

  • Doch allzu banal soll die Installation ja nicht sein, daher nehmen wir noch den AutoSPSourceBuilder und den AutoSPInstaller hinzu (beide funktionieren mit der Preview):

AutoSPSourceBuilder kümmert sich um die Prerequisites, d.h. er lädt sie herunter. Für SharePoint 2013 gäbe es noch die Möglichkeit, Updates direkt in die Installations-Source zu integrieren sowie Language Packs auszuwählen – beides ist für die Preview nicht nötig.

Zunächst doppelklickt man das ISO, damit es als Laufwerk eingebunden wird:

Dann müssen wir die Execution Policy auf etwas anderes als RemoteSigned setzen (oder wahlweise Unblock in den Dateieigenschaften auswählen):

Das sollte man natürlich nachher wieder zurückstellen. Und jetzt können wir das PS1-Script vom AutoSPSourceBuilder aufrufen und er beginnt mit seiner Arbeit. Standardmässig landet die neue Installations-Source in c:\SP, das könnten wir bei Bedarf abändern.

Ist die Source erstellt, müssen wir sie in die AutoSPInstaller-Dateistruktur einbinden. Das heisst konkret, den entstandenen SP-Ordner unterhalb vom AutoSPInstaller einzubinden:

Bevor wir jetzt die Config-Datei für den AutoSPInstaller machen, müssen noch die Service-Accounts erstellt werden. Ich verwende dafür den SharePoint Service Account Creator () mit dem Profil „Medium“ (sonst erstellt er sehr viele Accounts) und den optionalen Accounts (damit die Cache-User auch erstellt werden). Das sieht dann so aus:

Nun sind alle Voraussetzungen geschaffen, wir müssen die AutoSPInstaller Config erstellen. Die entsprechende Website (JavaScript-basiert, lädt keine Daten hoch) finden wir hier:

Primär gilt hier, alle Accounts sauber zu erfassen und alle benötigten Daten zu konfigurieren. Am Ende darf kein Ausrufezeichen mehr sichtbar sein:

Nun ist die Arbeit beendet, die Kür beginnt. Ein herzhafter Doppelklick auf AutoSPInstallerLaunch.bat und die Installation startet.

Es sollte immer alles grün sein:

Nun beginnt das Warten, wie beim Sauerkraut, sozusagen die Milchsäuregährung vom SharePoint. Ist diese beendet, werden wir mit der Anzeige der Central Administration belohnt (die nötigen DNS-Einträge werden übrigens automatisch in die hosts-Datei eingetragen, ein Self Signed Certificate wird auch erstellt):

Und, das Selbstgemachte schmeckt doch gut, oder?

2 thoughts on “SharePoint 2016 (Public Beta) in Windows Azure installieren

Hinterlassen Sie eine Antwort